Wissen & Technologie

Wir löten heute noch von Hand. Ab wann lohnt sich die Automatisierung?

Handlöten funktioniert. Seit Jahrzehnten.

Guter Lötkolben, erfahrene Mitarbeiter, ruhige Hand. Lötstelle für Lötstelle.

  • Bei fünf Stück? Perfekt.
  • Bei 50? Vielleicht auch noch.
  • Bei 5’000 identischen Lötstellen stellt sich irgendwann eine andere Frage:
 

Warum macht das eigentlich noch ein Mensch?

Roboterlöten wird nicht erst bei riesigen Stückzahlen interessant. Entscheidend ist vielmehr, wie häufig sich ein Lötvorgang wiederholt, wie konstant die Qualität sein muss und wie wichtig dokumentierbare Prozessparameter sind.

Der ELMOTEC SolderSmart® macht aus dem klassischen Handlötprozess einen automatisierten und reproduzierbaren Prozess. Ein 4+1-Achs-Robotersystem übernimmt Punktlöten, Vorlöten und Schleiflöten. Position, Bewegung, Lötzeit und Lotzuführung werden definiert und für jedes Produkt reproduzierbar ausgeführt.

Wann wird Roboterlöten interessant?

  • Wenn sich Lötstellen wiederholen: Je häufiger dieselbe Lötaufgabe ausgeführt wird, desto interessanter wird die Automatisierung.
  • Wenn Qualität nicht von der Tagesform abhängen darf: Der Roboter arbeitet mit definierten Parametern und reproduzierbaren Bewegungen.
  • Wenn Varianten dazugehören: Automatisierung bedeutet nicht automatisch Massenproduktion. Unterschiedliche Produkte können über Programme und entsprechende Aufnahmen verarbeitet werden.
  • Wenn Rückverfolgbarkeit gefordert ist: Prozessparameter, Ergebnisse und Bilder können gespeichert und einem Produkt zugeordnet werden.
  • Wenn Fachkräfte für wichtigere Aufgaben gebraucht werden: Qualifizierte Mitarbeiter müssen ihre Zeit nicht mit tausenden identischen Lötstellen verbringen.
  • Wenn der Prozess wachsen soll: Was heute 100 Baugruppen sind, können morgen 1’000 sein. Ein automatisierter Prozess lässt sich skalieren, ohne dass proportional mehr manuelle Lötarbeit erforderlich wird.

Aber findet der Roboter die Lötstelle überhaupt?

Ja.

Mit dem optionalen VisionSystem erkennt SolderSmart Fiducials und kann Positionsabweichungen von Bauteilen automatisch korrigieren. Eine Kamera unterstützt zusätzlich beim Einrichten und Programmieren.

 

Und was passiert mit der Lötspitze?

Auch daran wurde gedacht.

SolderSmart verfügt über eine automatische Nullpunktkalibrierung und Lötspitzenvermessung. Damit wird nicht nur die Bewegung des Roboters kontrolliert, sondern auch das Werkzeug, das den eigentlichen Lötprozess ausführt.

 

Roboterlöten bedeutet deshalb nicht:

  • Mensch raus. Roboter rein.

Es bedeutet:

Handarbeit dort einsetzen, wo sie einen Mehrwert bringt. Wiederholbare Prozesse dort automatisieren, wo Wiederholbarkeit zählt.

 

Die entscheidende Kennzahl ist deshalb nicht nur die Stückzahl. Ein Lötroboter kann bereits bei kleineren und mittleren Serien interessant werden, wenn viele wiederkehrende Lötstellen, hohe Qualitätsanforderungen, häufige Produktionslose oder Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit zusammenkommen.

 

Und falls der klassische Lötkolben für die Anwendung nicht die optimale Technologie ist, bietet ELMOTEC weitere automatisierte Verfahren wie Laserlöten, Hochfrequenzlöten und Flammenlöten.

  • Die Frage ist also nicht, ob ein Roboter löten kann.
  • Die bessere Frage lautet: Welche Lötstellen müssen wir wirklich noch von Hand löten?

Das Ergebnis: Reproduzierbare Lötqualität, definierte Prozessparameter, Rückverfolgbarkeit und weniger repetitive Handarbeit. Aus einer manuellen Tätigkeit wird ein kontrollierter industrieller Prozess.

 

Mehr Informationen zu den automatisierten Lötanlagen von ELMOTEC